Hintergrund: Willkommen in ‘Erdoganistan‘
Die deutsch-türkischen Beziehungen befinden sich auf einem historischen Tief – und jeden Tag wird dieses Rekordtief nochmals übertroffen. „Land unter!“ ist die Redensart, die die derzeitigen Beziehungen zwischen Ankara und Berlin am besten zusammenfasst. Kaum ein Tag vergeht, an dem der türkische Staatspräsident Erdogan Deutschland, die deutschen Spitzenpolitiker oder selbst die Kanzlerin nicht mit Nazis vergleicht. Im politischen Berlin und in der deutschen Öffentlichkeit sind Nazi-Vergleiche ein Tabu. In der Türkei hingegen sind solche Entgleisungen der Politiker, das Nutzen von Symbolen des Dritten Reichs und der inflationäre Rückgriff auf Verschwörungstheorien gegen „innere und äußere Feinde“ in den Medien gang und gäbe. Da lohnt sich ein Blick in die regierungsnahen türkischen Zeitungen, um sich ein besseres Bild vom Erdogan-Lager kurz vor dem historischen Verfassungsreferendum am 16. April zu machen. Aret Demirci analysiert anhand repräsentativer Beispiele von Nachrichten und Kolumnen regierungsnaher Zeitungen aus dem Zeitraum vom 20. März bis 26. März gängige Thesen in Bezug auf Deutschland, die in den türkischen Medien verbreitet werden, und ordnet diese ein.